Nachbau des Viebach-Stirlingmotors

Faszinierend, einen Stirlingmotor selbst zu bauen.

Das Buch "Der Stirlingmotor" von Dieter Viebach beschreibt sehr schön den Selbstbau eines Stirlingmotors. Wer das Projekt in Angriff nimmt, sollte allerdings die zeitliche Dimension nicht unterschätzen. Für den Motor werden schätzungsweise 40 Kleinteile gebraucht, die man selbst anfertigen muss.
Für jedes Teil sollte man allerdings mindestens eine Stunde Zeit rechnen, so dass man für den Bau des Prototypen im besten Fall 40 Stunden benötigt.


So sieht der fertige Motor aus Alle Teile des Motors kann man selbst herstellen. Als absolute Minimalausstattung reicht eigentlich:

  • Laubsäge
  • Bohrmaschine
  • Lötkolben
  • Schlüsselfeilen

Einige der wichtigsten Materialien die man benötigt:

  • Sperrholz
  • 2mm Messingplatte, aus der mit einem Metallsägblatt alle Messingteile ausgesägt werden können
  • Metallwellen und Messingröhrchen
  • Messingdurchführungen
  • Stellringe
  • Schrauben
  • Spezialpapier für den Faltenbalg aus dem Buch

Einzelteile des Motors


Gar nicht so einfach, beim Schwungrad den Messingreifen zu biegen. Hier war die Spannung im Messingreifen so groß, dass mit einem darübergelötetem Draht für Stabilität sorgen musste. Die beiden Muttern im Schwungrad dienen als Ausgleichsgewichte für den das Gewicht des Verdrängerkolbens. Für den Zusammenbau ist es wichtig dass, wenn sich der Verdrängerkolben in der oberen Stellung befindet, die Muttern unten sind.


Lagerblock und Kleinteile


Der Aufbauring für den Lagerbock ist an sich kein besonderes Teil, aber man kann am Durchgangsloch sehr schön erkennen, was passiert, wenn man beim Bohren in Sperrholz keine Unterlage verwendet.
Sperrholz reißt beim Bohren sehr leicht aus.


Faltenbalg Im Buch wird sehr schön beschrieben, wie der Faltenbalg anzufertigen ist. Es ist tatsächlich gar nicht so einfach, den Faltenbalg dicht zu kriegen, ich musste einige Male mit Klebstoff nachbessern.
Zum Falten habe ich nicht das im Buch beschrieben Faltholz verwendet, sondern ein scharfkantiges Vierkantholz, das vereinfacht den Übergang von der runden zur faltigen Form erheblich.


Bei der Grundplatte bin ich mit meiner Konstruktion etwas vom Buch abgewichen.
Dort wurde vorgeschlagen, auf einer provisorischen Drechselbank, einen Dosendeckel durch "Metalldrücken" so aufzuweiten, das der Deckel über eine Standartdose passt. Da ich mit dieser Technik nicht so vertraut bin, habe ich einen Blechstreifen auf ein stabile Messingplatte aufgelötet.
Hier hätte es allerdings nichts geschadet, statt einem 60W einen 100W Lötkolben zu verwenden.


Oh, oh der erste Versuch den Sirlingmotor mit einem Tee-Licht zum laufen zu bringen, hat leider nicht geklappt. Also habe ich einen Campinggaskocher zum Anheizen verwendet, und siehe da, der Motor lief.
Allerdings wird von der Verwendung von Gasflammen im Buch dringend abgeraten, da der Dosenboden dann zu heiß wird. Deshalb habe ich für diesen Versuch den Motor nur kurz erwärmt, durch die gespeicherte Wärme läuft der Motor dann ca. 1 Minute.
Mit der Anfertigung eines zweiten Verdrängerkolbens mit weniger Spiel und dem Einsatz zweier Teelichter konnte ich den Motor dann dauerhaft zum Laufen bringen.

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